Zentrum 

Es hat oft den Anschein, als würden Bewegungsabläufe alleine durch die Muskelkraft der Beine oder Arme ausgeführt werden. Jedoch ohne die Kraft im Zentrum, Pilates nannte es das Powerhouse, wäre es nicht möglich die Bewegungen zu kontrollieren, zu präzisieren, zu halten und die eingesetzte Energie innerhalb des Bewegungsablaufes richtig zu dosieren.

„Die ganze Energie für die Pilates- Übungen beginnt im Powerhouse und fließt nach außen in die Extremitäten“ (Brooke Siler, Schlank und schön mit Pilates).

Powerhouse Muskeln – Bauchmuskeln – Zwerchfell – tiefe Muskulatur – Rückenmuskeln – Beckenbodenmuskulatur

Diese Muskeln – das Core- halten uns während der Übungen in der richtigen Position.

Sobald die Kraft im Powerhouse nachlässt, sollte die Übung zu Gunsten der Präzision abgebrochen werden.

Atmung

J. Pilates war Asthmatiker und das erklärt wohl wie wichtig das Thema Atmung für Ihn gewesen sein muss. Er stellte sich vor, dass durch das vollständige Ausatmen die verbrauchte Luft tief aus dem Inneren der Lunge herausgepresst und durch das anschließende tiefe Einatmen der Körper vermehrt mit Sauerstoff versorgt wird.- Roll- und Twistbewegungen sollten diesen Effekt unterstützen.

Das ganze System wird energetisiert und neu belebt, außerdem erhöht die Atmung die Konzentration auf eine Bewegung und damit deren Wirkung.

Pilates ist genauso Training für die Lungen wie für die Muskulatur. Durch die spezielle Atemtechnik kann das Lungenvolumen erhöht werden und die Sauerstoffaufnahmefähigkeit verbessert werden. (Leistungssportler!)

Was man darf auch nicht vergessen darf, ist die Wirkung auf den Geist. Wenn man bewusst atmet, verlangsamt sich der Puls und je bewusster man mit der Atmung trainiert, desto mehr kommt man zur Ruhe und kann für eine Trainingseinheit dem Alltag entfliehen.

Also hat die Atmung eine dreifache Wirkung auf uns: biomechanisch – neurologisch und geistig.

Die Atemrhythmen erscheinen anfangs sehr merkwürdig und entgegen aller Regeln der klassischen Trainingslehre. Wer sich aber die Mühe macht, konsequent beim von Pilates vorgegebenen Atemrhythmus zu bleiben, der wird feststellen, dass die Atmung die Übung tatsächlich unterstützt. Die Ausatmung liegt oft in der exzentrischen Phase eines Bewegungsablaufes und hilft das Powerhouse zu verstärken und somit die Kontrolle über die Bewegung nicht zu verlieren.

Das Prinzip der Pilates-Atmung ist:

Einatmen = Verlängern (der Wirbelsäule)
Ausatmen= Stabilisieren, Powerhouse verstärken

Die Atemtechnik ist sehr komplex, ein paar Tipps zum üben:

– Bauchnabel nach innen oben ziehen -in die Rippenbögen einatmen – Rippenbögen weiten sich – und –  ausatmen– Rippenbögen ziehen sich nach innen unten (z.B. wie ein Sonnenschirm)
– Beckenboden angespannt
– Schultergürtel entspannt – Brustbein weich